Mitteilungen aus dem Jahr 2026
Nach einer fast sechsstündigen Ratssitzung am Montag, den 23. Februar, haben sich die Grünen in Langenhagen klar für die geplante Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) an der Emil-Berliner-Straße positioniert. In einer von emotionalen Debatten und teils widersprüchlichen Argumenten geprägten Sitzung dankten die Grünen insbesondere dem Niedersächsischen Ministerium und der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB NI) für die Aufklärung über Falschbehauptungen und die Bereitstellung sachlicher Informationen. Sigrid Kurpan und Diar Sarkan, Co-Vorsitzende des Ortsverbands BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Langenhagen, betonten, dass es aus ihrer Sicht keinen stichhaltigen Grund gebe, den Standort abzulehnen.
„All die Dinge, die nach der Pressemitteilung des Ministeriums hier in Langenhagen in Bewegung geraten sind, hinterlassen einen großen Scherbenhaufen aus Missverständnissen, Anklagen und falschen Behauptungen“, erklärte Silke Musfeldt, stv. Sprecherin der Grünen im Rat, in ihrem Redebeitrag am Montag. „Insgesamt können wir als Grüne mit keinem der angeführten Argumente einen Grund erkennen, warum diese EAE an diesem Standort falsch sein sollte.“ Sie verwies darauf, dass viele der vorgebrachten Bedenken – etwa zur Lärmbelastung durch die Autobahn oder den Schießstand – durch bauliche Maßnahmen gelöst werden könnten.
Gleichzeitig hoben die Grünen die Vorteile hervor, die eine EAE für Langenhagen mit sich bringe: „Wir erhalten eine reduzierte Zuweisungsquote für Geflüchtete, was uns mehr Spielraum im Haushalt verschafft und sogar den Wohnungsmarkt entlasten könnte.“
Wilhelm Zabel, Sprecher der Grünen im Rat, appellierte in seinem Redebeitrag an die Solidarität der Stadtgesellschaft. „Langenhagen hat sich zum Bündnis ‚Sicherer Hafen‘ bekannt. Das muss auch für eine Erstaufnahmeeinrichtung gelten“, betonte er. Er erinnerte daran, dass die Stadt bereits 2015 rund 1.200 Geflüchtete aufgenommen und integriert habe – damals ohne die strukturierte Versorgung, die eine EAE biete. „Eine Erstaufnahmeeinrichtung, in der Menschen durchschnittlich ein halbes Jahr wohnen und versorgt werden, stellt keine Herausforderung dar, die wir nicht bewältigen könnten“, so Zabel.
Mehrheitlich und ohne Gegenstimmen ist am späteren Abend, nach den Aussprachen, ein Antrag auf eine Infoveranstaltung durch das Nds. Innenministerium im Rat beschlossen worden. Diese soll nun zeitnah angesetzt werden und den Bürgerinnen und Bürgern weitere Informationen zur EAE zur Verfügung stellen, auch um auch Vereine und Verbände in der konzeptionellen Planung mitzunehmen.
Die Grünen riefen dazu auf, sich mit Fakten auseinanderzusetzen und Vorurteile abzubauen. „Wir sind zu Gesprächen bereit, möchten Barrieren abbauen und Integration unterstützen“, erklärte Kurpan abschließend.
Die Ratsmitglieder von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kritisieren, dass weder die Einwohner*innen noch der Rat der Stadt Langenhagen in die Entscheidung der Landesregierung einbezogen wurden, eine Erstaufnahmeeinrichtung auf einem Gewerbegrundstück an der Emil-Berliner-Straße einzurichten.
„Es ist nachvollziehbar, dass die Landesregierung neue Standorte in der Region Hannover suchen musste. Vor einer solchen Entscheidung hätte jedoch zumindest der Rat der Stadt Langenhagen angehört werden müssen.“ sagt Wilhelm Zabel, Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion. „Darüber hinaus hätte Bürgermeister Mirko Heuer den Rat informieren müssen, bevor die Landesregierung eine entsprechende Pressemitteilung veröffentlicht.“
Silke Musfeldt, stellvertretende Sprecherin der GRÜNEN Ratsfraktion, ergänzt: „Angesichts des Leids der Menschen in der Ukraine, im Iran und in vielen weiteren Krisenregionen ist es selbstverständlich notwendig, Geflüchtete menschenwürdig unterzubringen. Umso wichtiger ist es, insbesondere die Anwohner*innen des geplanten Standorts frühzeitig und transparent zu informieren. Wir fordern daher, dass die Landesregierung gemeinsam mit dem Bürgermeister zeitnah eine Informationsveranstaltung organisiert.“
Die Entscheidung über Planung, Errichtung und Betrieb von Erstaufnahmeeinrichtungen liegt bei der Niedersächsischen Landesaufnahmebehörde. An der Emil-Berliner-Straße soll eine solche Einrichtung entstehen, in der Geflüchtete zeitlich befristet untergebracht werden. Da bauliche Maßnahmen erforderlich sind, wird derzeit von einem Nutzungsbeginn im zweiten Halbjahr 2027 ausgegangen.
Auf dem Gelände sind neben der Unterbringung und Versorgung der Geflüchteten auch Angebote der sozialen Betreuung sowie Freizeitmöglichkeiten vorgesehen. Für Kinder soll es eine Kinderbetreuung sowie ein schulisches Angebot direkt in der Einrichtung geben. Zudem ist ein fester Betreuungsschlüssel für Sozialarbeit vorgesehen, ebenso wie eine medizinische Versorgung.
Zu den von Transdev angekündigten Ausfällen der S-Bahnlinien S4, S21 und S51 in der Region Hannover erklärt der schienenpolitische Sprecher der Grünen Regionsfraktion, Eike Lengemann:
„Wir erwarten einen zuverlässigen S-Bahn-Betrieb – auch bei Winterwetter. Die sehr kurzfristig angekündigten wochenlangen Ausfälle ganzer Linien werden für viele Menschen eine enorme Belastung sein. Für tausende Pendler*innen ist die S-Bahn die zentrale Verbindung im Alltag zur Arbeit, zur Schule, zur Ausbildung und zur Familie. Wenn Züge nicht fahren, kostet das Zeit, Nerven und Planungssicherheit. Menschen verlieren das Vertrauen und steigen wieder auf das Auto um. Das wäre ein klarer Rückschritt für die Verkehrswende. Solange die betroffenen Linien nicht wieder regulär fahren, muss der Schienenersatzverkehr deutlich verbessert werden. Auf der S4 ist es dringend notwendig, dass die Busverbindungen zuverlässig auf die Anschlüsse in Langenhagen-Mitte abgestimmt werden und ausreichende Kapazitäten bereitstehen. Der Ersatzverkehr muss auch ein verlässlicher Ersatz sein.
Transdev verweist auf witterungsbedingte Schäden, technische Defekte und Engpässe in den Werkstätten. Gleichzeitig zeigen Rückmeldungen von Fahrgästen, dass sich Verspätungen, Zugausfälle und technische Probleme bereits seit Wochen aufgebaut haben. Die Ursachen sind bekannt – sie dürfen also nicht zur Dauererklärung für einen unzuverlässigen Betrieb werden. Schnee und Frost sind im Winter üblich und kommen nicht überraschend. Im Gegenteil: Extreme Wetterlagen nehmen eher zu. Gerade deshalb müssen Fahrzeuge, Wartung, Ersatzteile und Werkstattkapazitäten so aufgestellt sein, dass der Betrieb auch unter schwierigen Bedingungen stabil bleibt. Ausfälle ganzer Linien dürfen deshalb nicht zur neuen Normalität werden. Transdev steht jetzt in der Verantwortung, den regulären Fahrplan schnellstmöglich wiederherzustellen und Vorsorge zu treffen, damit sich solche Ausfälle nicht wiederholen."
Schon 2024 hat die Region Hannover aufgrund der unzureichenden Leistung der Transdev ein Qualitätamonitoring eingeführt.
Weitere Informationen zu dem Thema hier:
Der traditionelle Neujahrsempfang des Langenhagener Ortsverbands🌻 von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stand am vergangenen Sonntag ganz im Zeichen der Demokratie. Dabei ging es um die politische Teilhabe junger Menschen sowie die Frage, wie demokratische Institutionen gegenüber verfassungsfeindlichen Bestrebungen gestärkt werden können.
Als Gäste sprachen die Landtagsabgeordneten Swantje Schendel und Michael Lühmann. Schendel sprach sich dafür aus, dass junge Menschen stärker in politische Entscheidungsprozesse eingebunden werden sollten. Dies sei eine Voraussetzung dafür, Vertrauen in demokratische Verfahren zu fördern und gesellschaftlichen Zusammenhalt langfristig zu sichern.
Lühmann stellte die Bedeutung einer „wehrhaften Demokratie“ in den Vordergrund. Er stellte die Aufgabe des Rechtsstaats heraus, gegen Organisationen und Strukturen vorzugehen, die demokratische Grundwerte infrage stellen oder gezielt untergraben. In diesem Zusammenhang verwies er auf bestehende Instrumente des Grundgesetzes und die Verantwortung politischer Akteure, demokratiefeindlichen Entwicklungen entschlossen entgegenzutreten.
Unter den Teilnehmenden befanden sich zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Vereinen, Verbänden sowie anderen demokratischen Parteien. „Wir müssen die Stimme der jungen Generation stärken und gleichzeitig unsere Demokratie vor antidemokratischen Kräften schützen“, erklärte Sigrid Kurpan, Co-Vorsitzende des Ortsverbands. „Der Neujahrsempfang zeigt, dass wir gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Akteuren und anderen Parteien an einer zukunftsfähigen und resilienten Demokratie arbeiten“, ergänzte Diar Sarkan, Co-Vorsitzender.
Der Neujahrsempfang ist seit mehr als zwei Jahrzehnten ein fester Termin im Kalender des Ortsverbands. Er dient als Plattform für Austausch und Vernetzung sowie dazu, politische Schwerpunkte für das neue Jahr zu setzen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern Einblicke in lokale Themen und Vorhaben zu geben.
Liebe Mitglieder im Ortsverband Langenhagen, liebe Freund*innen und Unterstützer*innen,
zu unserem traditionellen Neujahrsempfang laden wir Sie / euch ganz herzlich ein, um in gemütlicher Atmosphäre miteinander ins Gespräch zu kommen und uns gegenseitig besser kennenzulernen.
Wie in den Jahren zuvor, findet unser Neujahrsempfang
📌am 25.01.26 von 11:00 – 13:00 Uhr
in den Räumen der Volkshochschule Langenhagen (Konrad-Adenauer-Straße 17, 30853 Langenhagen) statt.
Gemeinsam möchten wir über den kommenden Kommunalwahlkampf sprechen und Ihnen / euch Gelegenheit geben, mit unseren besonderen Gästen aus der GRÜNEN Politik ins Gespräch zu kommen. Dafür haben wir Swantje Schendel mit dem Thema „Politik für jüngere Menschen“ und Michael Lühmann mit dem Thema „Wehrhafte Demokratie und AfD-Verbot“ eingeladen.
Für die Planungen würden wir uns sehr über eine kurze Nachricht bis zum 19. Januar an kontakt@gruene-langenhagen.de freuen, ob und mit wie vielen Personen Sie / ihr kommen könnt.
Interessierte Verwandte und Bekannte sind ebenfalls herzlich willkommen.
Herzliche Grüße
Euer Ortsvorstand